NATUR lich LERNEN für das ganze Leben ...

Musik gehört zum Kind sein

Kinder lieben Musik. Ungezwungen singen und tanzen sie und strahlen dabei pure Lebensfreude aus. Musik begleitet uns im Waldkindergarten immer und überall.

Wir begrüßen und verabschieden den Wald, die Tiere, die Sonne mit einem Lied. Wir bedanken uns singend. Wir lernen passende Lieder zu jeder Jahreszeit und für alle Kindergartenfeste. Wir tanzen und trommeln und manche Kinder lernen Blockflöte spielen.

Die Kleinsten machen im Wald schon Musik wie die Spechte, indem sie mit einem Stock auf einen Baumstumpf klopfen. Die Kinder singen immer und überall - wie die Vögel. Wir Erwachsenen müssen ihnen nur Lieder anbieten. Aber auch, wenn dies nicht der Fall ist, erfinden Kinder ihre eigenen Lieder. Die Mädchen denken sich oft Tänze mit Gesang aus, bei denen sie Schmetterlinge, Vögel oder Elfen darstellen.

Wir singen ein Indianerlied

 

Unter dem Blätterdach eines Baumes
sitzt ein Busch und singt.
Yuma- und Yaqui-Indianer

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
die Oma hängt am Gartenzaun. 
Der Opa ruft die Feuerwehr. 
Die Feuerwehr kommt nackt daher. 
Beliebtes „Quatschlied“ der Kinder

Die Flöte ruft

Die Blockflöte spielt bei uns im Kindergarten eine ganz zentrale Rolle.

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Spielt die Flöte „el condor pasa“ wissen die Kinder, wir treffen uns im Kreis, um etwas zu besprechen, zu singen, zu tanzen, zu essen oder um nach Hause zu gehen. Unsere Tiere verstehen die Flöte auch. Unsere Hunde wissen, jetzt treffen sich alle im Kreis und kommen dazu. Unsere Pferde stellen sich am Koppeleingang auf, sobald die Flöte ertönt. Denn sie wissen,  jetzt geht es nach Hause.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Tonfolgen der Steinzeitflöten dem Schwingungsverhältnis der Kinderlieder oder der pentatonischen Reihe entsprechen.

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Bilder zum Thema Musik in der Fotogalerie oder bei den Videos.

Musik tut gut

Musik berührt unser tiefstes Inneres. Musik ist Seelensprache.

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Musik löst bei uns Gänsehaut aus, verlangsamt oder beschleunigt unseren Herzschlag. Musik erzeugt bei uns unterschiedliche Stimmungen. Musik kann uns zum Weinen bringen.

Der Wald mit seiner natürlichen Musik, dem Vogelgezwitscher, den Vogelgesängen, dem Spechtklopfen, dem Rauschen der Blätter ist Balsam für unsere Seele. Vogelgesang erweckt in uns Liebe und Sehnsucht, die Sehnsucht nach Freiheit.

Kinder lieben und leben Musik. Musik macht sie glücklich. Musik macht Ihnen Mut, Musik macht sie stark, Musik macht sie klug, Musik macht sie empfindsam, Musik ist eine starke Suchtprophylaxe.
Warum muss Musik in den Schulen benotet werden?

Musik wird überall verstanden, da sie die Gefühle der Menschen eint. Daher schafft das Singen, Tanzen und Musizieren auch bei Kindern, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, den Zugang zur Kindergartengruppe. Musik gibt den Kindern auch in schwierigen Lebenssituationen Halt und Sicherheit, eine Zufluchts- und Rückzugsmöglichkeit.

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Wald- und Wiesenkonzert Bilder in der Fotogalerie oder bei den Videos.

Kinder und ihre Lieder

Kinder haben für jede Gelegenheit ihre Lieder: Quatschlieder, Streitgesänge, Mutmachgegröle, Trostlieder...

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Heile heile Segen. ist da nur ein Beispiel.

Kinder entwickeln auf der ganzen Welt singend Streitrituale, z.B.:
Angsthase, Pfeffernase, morgen kommt der Osterhase.
Was man sagt, das ist man selbst.
Selber, selber, lachen alle Kälber.

Kinder machen sich mit Liedern Mut. Nach einem überstandenen Gewitter singen sie im Bus:
Wir wollen Gewitter! Wir wollen Gewitter!
Sie fühlen sich durch diese Gesänge als Einheit. Sie fühlen sich sicher in der Gemeinschaft. Zusammen können wir alles schaffen.

Fährt ein Polizeiauto vorbei, singen alle:
Polizei, schieß ein Ei.
Kommt der Bus angefahren, wird Mercedes Benz gesungen. Sie fühlen sich durch das gemeinsame Singen stark und unbesiegbar.

Das erste Lied, das Kinder auf der ganzen Welt hören, ist das Wiegenlied. Seid es Menschenmütter gibt, existieren Wiegenlieder. Sie entstanden wahrscheinlich aus der Notwendigkeit heraus, das Kind abzulegen, um irgendwelche Tätigkeiten, bei denen das Tragen des Kindes hinderlich war,  ausüben zu können. Wie z.B. Obst von den Bäumen zu pflücken. Die Stimme ersetzt hier den fehlenden Blickkontakt. Der Gesang beruhigt das Kind. Meine Mutter ist da, ich höre ihre Stimme. Das Wiegenlied ist wahrscheinlich die stärkste evolutionäre Wurzel unserer Musikalität.

Auch Hirtenlieder oder Rufe sind bis heute üblich. Wir rufen z.B. unsere Pferde mit einem langgezogenen Ruf, um sie auf den Trail zu schicken:
Pferde, kommt, kommt, kommt.

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Instrumente

Mit vielen Sachen, die sie im Wald finden, musizieren die Kinder. Sie erforschen, wie was klingt.

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In unserem Kreis werden Lieder, die wir gemeinsam singen, rhythmisch begleitet, indem die Kinder mit Stöcken auf Äste schlagen. So war es sicherlich auch in der Steinzeit. Wir spielen Steinzeitschlagzeug.

Mit eigenen Händen bauen die Kinder Musikinstrumente wie, Pfeifen, Rasseln und Trommeln. Sie probieren sie voll Begeisterung aus. Im Wald stört es niemanden, wenn fröhlich und laut musiziert wird.

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Wald- und Wiesenkonzerte

Wir veranstalten regelmäßig Wald- und Wiesenkonzerte auf der Märchenwiese beim Teufelsberg.

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Die aktuellen und die ehemaligen Kindergartenkinder gestalten sie gemeinsam mit Instrumentenvielfalt und Gesang. Trotz Lampenfieber wird es jedesmal ein großer Erfolg und alle sind gemeinsam stolz darauf. Wie bei allen Festen ist die gesamte Waldfamilie dabei und feiert gemeinsam. 

Es besteht für die Kinder die Möglichkeit am Nachmittag neben der Blockflöte noch ein anderes Instrument zu lernen. (Flöte, Querflöte, Geige, Cello, Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug…) Zwei Mütter (Musik-Lehrerinnen) unserer ehemaligen Kindergartenkinder geben in Mannheim Musikunterricht. Sie gestalten mit ihren Schülern auch große Teile des Wald- und Wiesenkonzertes.

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Tanz und Bühnenshow

Kinder üben sich immer gerne in gemeinsamen Tanz und Gesang, vor allem die größeren Mädchen.

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Sind die Schulkinder in den Ferien zu Besuch, werden die reinsten Bühnenshows einstudiert, die wir dann am Ende des Kindergartentages bewundern dürfen.

Alle sind eingespannt. Es gibt Bühnenbauer und Darsteller. Platzanweiser zeigen uns unser Plätze, nachdem wir unsere Eintrittskarten, in Form von Baumblättern abgegeben haben. Lange klingen die Lieder der Schulkinder bei den Kindergartenkindern nach.

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Steinzeitlich musizieren

Musik ist in uns drin und gehört zum Menschsein dazu. Musik ist Teil unserer Biologie.

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Seit es Menschen gibt, musizieren sie. Menschen haben schon immer gesungen, getanzt, rhythmisch geklatscht oder geschlagen.

Steinzeitliche Funde belegen das intensiv. Knochenflöten, Trommeln und Musikbögen wurden nicht nur bei rituellen Handlungen, sondern auch im Alltag regelmäßig genutzt. Lieder und Tänze wurden mündlich und im Tun weiter gegeben.

Musikinstrumente oder das Singen wurde benutzt, um Laute der Tiere nachzuahmen. Tiere lieferten auch das Material für die Instrumente. Knochen, insbesondere Vogelknochen, Mammutstoßzähne, Tiersehnen und Vieles mehr. Auch wurden Materialien aus der natürlichen Umgebung wie Stöcke und Steine verwendet.

Steinzeitmenschen waren wahre Künstler im Herstellen von Musikinstrumenten. Bei den Knochenflöten musste die Größe, die Dicke, der Abstand der Löcher und vieles mehr berücksichtigt werden, um harmonische Töne zu erzeugen.

Bis zum heutigen Tag stellen Hirten z.B. auf Sardinien ihre Flöten selbst her, ähnlich den Hirten in der Jungsteinzeit. Wer schon einmal versucht hat, aus einem Holunderzweig eine Flöte oder eine Pfeife herzustellen, weiß, wie schwierig das ist und wie viel Geduld dafür erforderlich ist, um einen klangvollen Ton zu erzeugen.

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Ich sang gern. So kam es hin und wieder vor, dass ich Muttertiere besang, die ihre Jungen nicht annehmen wollten. Und ich tat es mit großer innerer Hingabe und Liedzeilen, die ich selber erfand. ...

Das Mädchen Dsajaa in „Der Mann, die Frau, das Schaf, das Kind“ von Galsan Tschinag